Fragen aus dem vergangenen Monat 08.2010

gestellt an und beantwortet von Claudio Romanazzi MRadA

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F.: Reicht es eigentlich nicht, wenn ich das Foto meines Patienten auf dem Bildschirm habe, um für die Radionikanalyse innerlich Kontakt mit ihm aufzunehmen zu können?
A.: Im Prinzip reicht das. Wer sich jedoch nur mit dem Optimum zufrieden geben will, der sollte sich zusätzlich eines Patientenmusters bedienen.
Schauen wir uns die verschiedenen Verfahren an:
Beim Pendeln (Pendel, Rute, Reibeplatte) ist es eigentlich selbstverständlich, ÜBER dem Patientenmuster zu pendeln, denn wo sonst ist die Verbindung enger als dort (das Muster liegt dabei in der Mitte einer Pendelskala, auf dem ein Wert direkt abgelesen werden kann)? Ein Bild auf einem Computerbildschirm ist eben weiter weg und unser Geist muss erst eine logische Brücke schlagen, bevor er seine Bewertung abgeben kann. Werte über dem Muster zu ermitteln ist für unser Unterbewusstsein logischer und nachvollziehbarer und damit leichter. Es ist ja nicht nur so, dass wir beim Pendeln das Muster sehen können (sonst müssten wir auf den Bildschirm schauen und blind pendeln), wir sehen hier auch das Messen als Einheit. Der Patient nimmt quasi am Messen teil, ist Teil des Messvorgangs. Der Umstand, dass das Patientenmuster in Form einer Grafik auf einem Bildschirm vorliegt, verkompliziert die inneren Abläufe beim Radioniker und macht die Werteermittlung ggfs. unsicherer.

Bei Computer gestützten Systemen ohne persönliche Werteermittlung (der Computer ermittelt die Werte), sieht die Sache noch weniger gut aus. Wir erinnern uns, der Zufallsgenerator dieser Systeme soll vom Anwender so beeinflusst werden, dass er relevante Ergebnisse durch Vergleichen von Datenbankinhalten mit dem Zustand des Patienten auswirft. Das erfordert jedoch auch eine Verbindung zum Patienten, die nicht immer gegeben ist. Ein Bild, der Name, die Anschrift erzeugen sicher eine Verbindung, doch ist diese während der Werteermittlung auch stabil (immerhin dauert ein Scan nicht ein paar Sekunden, dabei geht es um mehrere Minuten)? Ist es abgesichert, dass es keine Schwankungen dabei gibt und dabei die Werteermittlung darunter leidet? Ich habe es auch schon gesehen, das für den Scan überhaupt kein Bild mehr dargestellt wird, was der Qualität der ermittelten Übereinstimmungen sicher nicht gut tut.

Auch hier gilt – wer selbst testen kann, ist klar im Vorteil. Testaufbau: Herstellung eines mit Namen und Geburtsdatum gekennzeichneten Patientenmusters (zum Beispiel Pergamenttütchen mit Haaren). Test auf Werterelevanz mit und ohne Muster. Auch hier sind mitunter äußerst deutliche Unterschiede messbar – mit Muster ist eben für unser Unterbewusstsein besser zu ‘handhaben’.

Fazit – je besser die Verbindung zum Patienten bei der Ermittlung der Analysedaten, desto besser deren Qualität und um so besser auch letztlich unser Verständnis. Auf eine gute, besser noch optimale Verbindung zum Patienten zu verzichten, erscheint mir fahrlässig, zumindest ohne Verständnis der Vorgänge zu sein.

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